Steinernes Tor (Kamenita vrata): Zagrebs Stadttor und Marienschrein
Das Steinerne Tor (Kamenita vrata) ist ein Wahrzeichen der Zagreber Oberstadt, zwischen 1242 und 1266 erbaut und im 18. Jahrhundert in seine heutige Gestalt gebracht. Es ist das einzige noch stehende der alten Tore von Gradec, und in seiner Durchfahrt befindet sich der Schrein der Mutter Gottes vom Steinernen Tor, der Stadtpatronin. Es ist ein kurzer, stimmungsvoller Halt auf jedem Rundgang durch die Oberstadt.
Zagrebs einziges erhaltenes mittelalterliches Stadttor ist zugleich eine Kapelle. Unter seinem Bogen hängt ein Marienbild, das der Überlieferung nach das große Feuer von 1731 unversehrt überstand.
Die Geschichte des Steinernen Tors in Zagreb
Im Jahr 1242 wurde Gradec, die Siedlung auf dem Hügel, die heute zu Zagreb gehört, durch die Goldene Bulle zur freien königlichen Stadt erklärt. Die Bulle schrieb vor, dass die Stadt von Mauern und Befestigungen umgeben sein und nur durch Stadttore betreten werden durfte. Von diesen Toren ist heute allein das Steinerne Tor erhalten. Es soll 1266 erbaut worden sein und befindet sich in einem Gebäude, das der Rest einer Festung ist, geformt wie ein rechteckiger Turm mit einer Durchfahrt.
Die bekannteste Geschichte des Tors beginnt mit einem Brand, der spätabends zwischen dem 30. und 31. Mai 1731 im Gebäude des Josephs-Seminars ausbrach. Er breitete sich zuerst über die Oberstadt und am folgenden Tag auf das benachbarte Kaptol aus. Am dritten Tag nach dem Brand fanden Menschen bei der Untersuchung des verbrannten Gebiets in der Asche ein unversehrtes Marienbild; nur der Holzrahmen war verbrannt. Die Nachricht vom Wunder verbreitete sich rasch in Zagreb. Eine fromme Witwe ließ unter dem Bogen des Steinernen Tors einen kleinen Altar errichten, damit alle Mitbürger das Bild verehren konnten.
Seine heutige Gestalt erhielt das Tor im 18. Jahrhundert; die kroatische Wikipedia nennt das Jahr 1760. In der Durchfahrt befindet sich eine Kapelle mit der vergoldeten Ikone der Maria mit dem Jesuskind. Neben dem barocken Altargitter aus dem 18. Jahrhundert ist ein typischer mittelalterlicher Laden namens Pod boltom erhalten. Seine Tür lag unter der einen Hälfte des Steinbogens, die andere Hälfte war zugemauert und als Auslage gestaltet. Am 31. Mai 1991 erklärte Kardinal Franjo Kuharić die Mutter Gottes vom Steinernen Tor zur Schutzpatronin der Stadt Zagreb.
Vor dem Abriss wurde das Tor durch den Einsatz der Gesellschaft Braća Hrvatskoga Zmaja (Brüder des Kroatischen Drachen) gerettet, die bis heute im historischen Saal im Obergeschoss ihren Sitz hat. Das Tor kommt auch im historischen Roman Zlatarovo zlato (Das Gold des Goldschmieds) von August Šenoa aus dem Jahr 1871 vor. Es ist im Register des Kulturerbes der Republik Kroatien verzeichnet. Nach dem Erdbeben, das Zagreb am 22. März 2020 traf, wurde am Steinernen Tor nicht der geringste Schaden verzeichnet.
Wissenswertes über das Steinerne Tor
- Von allen Toren, die einst das mittelalterliche Gradec bewachten, hat nur das Steinerne Tor überdauert.
- Der Überlieferung zufolge verbrannte beim Feuer von 1731 nur der Holzrahmen des Bildes; das Marienbild fand man unversehrt in der Asche.
- In einer Nische an der Westfassade steht eine kleine Statue der Dora Krupić, einer Figur aus Šenoas Roman Das Gold des Goldschmieds, geschaffen vom Bildhauer Ivo Kerdić (1881–1953).
- Neben dem Altargitter ist ein mittelalterlicher Laden namens Pod boltom erhalten, dessen Tür unter einer Hälfte des Steinbogens lag.
- Nach dem Erdbeben vom 22. März 2020 zeigte das Steinerne Tor nicht den geringsten Schaden.
- Das Tor wurde von den Brüdern des Kroatischen Drachen vor dem Abriss gerettet; sie haben heute ihren Sitz im Saal darüber.
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Das Steinerne Tor besuchen
- Das Tor steht in der Kamenita ulica 3 in der Zagreber Oberstadt. Man geht durch die Durchfahrt selbst, die zugleich die Kapelle ist.
- Im Schrein fallen die vergoldete Ikone der Maria mit dem Jesuskind, die in den Marmor der Süd- und Ostwand gemeißelten Gebete sowie die Bänke und der Tisch zum Entzünden von Kerzen auf.
- Katholiken in Zagreb betrachten den Ort als heilig und kommen oft, um Kerzen anzuzünden und zu beten; Besucher sollten sich daher ruhig und respektvoll verhalten.
- Achten Sie auf die kleine Statue der Dora Krupić in der Nische an der Westfassade und auf den mittelalterlichen Laden Pod boltom neben dem Altargitter.
- Die Quellen nennen keine Öffnungszeiten, prüfen Sie daher die aktuellen Bedingungen vor dem Besuch. Das Tor lässt sich gut mit dem nahen Lotrščak-Turm verbinden.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Steinernes Tor (Kamenita vrata)
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Steinernes Tor (Kamenita vrata)





Fragen
Wo liegt das Steinerne Tor in Zagreb?
Es steht in der Kamenita ulica 3 in der Zagreber Oberstadt (Gornji grad), nicht weit vom Lotrščak-Turm.
Wann wurde das Steinerne Tor gebaut?
Es entstand zwischen 1242 und 1266 und soll aus dem Jahr 1266 stammen. Seine heutige Gestalt erhielt es im 18. Jahrhundert.
Warum gibt es im Steinernen Tor einen Schrein?
Nach einem großen Brand 1731 fand man in der Asche ein unversehrtes Marienbild. Unter dem Bogen wurde ein kleiner Altar errichtet, und das Bild wird dort bis heute verehrt.
Wer ist die Mutter Gottes vom Steinernen Tor?
So heißt Maria, die Mutter Jesu, als Stadtpatronin von Zagreb. Kardinal Franjo Kuharić erklärte sie am 31. Mai 1991 zur Patronin der Stadt.
Ist das Steinerne Tor das einzige alte Tor Zagrebs?
Es ist das einzige erhaltene Tor der alten Mauern von Gradec, der mittelalterlichen Oberstadt.
Lohnt sich das Steinerne Tor, wenn ich in Zagreb bin?
Ja. Es ist ein kleines, stimmungsvolles Bauwerk in der Oberstadt, das mittelalterliche Wehrgeschichte mit einem lebendigen Gebetsort verbindet und sich leicht in einen Spaziergang einfügen lässt.
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