Mirogoj-Friedhof: Zagrebs Park der Arkaden und Erinnerung
Der Mirogoj-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Zagreb, als Parkanlage auf einem Ausläufer der Medvednica angelegt und nur wenige Autominuten vom Zentrum entfernt. Die monumentalen Arkaden, Kuppeln und die Kirche im Eingangsbau entwarf Hermann Bollé; auf dem Gelände ruhen viele der bekanntesten Schriftsteller, Wissenschaftler und Persönlichkeiten Kroatiens. Er zählt zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.
Der Mirogoj wirkt wie eine Galerie unter freiem Himmel: lange Arkaden, Kuppeln und Skulpturen in einem Park am Hang der Medvednica. Viele Kroaten nennen ihn ihr Pantheon.
Die Geschichte des Mirogoj-Friedhofs
In den 1860er Jahren waren Zagrebs Begräbnisplätze klein, verstreut und an einzelne Pfarreien und Konfessionen gebunden – und überfüllt. 1872 vereinbarte die Stadt mit dem Erzbistum die Schließung mehrerer kleiner Friedhöfe und erwarb Anfang der 1870er Jahre das Anwesen des Sprachgelehrten Ljudevit Gaj, Mitbegründer der illyrischen Bewegung, am Hang der Medvednica. Geplant war ein zentraler Friedhof für die ganze Stadt.
Der Mirogoj wurde am 6. November 1876 eröffnet. Anders als die älteren Friedhöfe Zagrebs, die der Kirche gehörten, war er städtisches Eigentum, und eine Satzung erklärte ihn bald zum allgemeinen Friedhof für Angehörige aller Konfessionen, jede mit eigenem Bereich und gleichen Rechten. Das Gelände gliederte sich in zwei Teile: einen äußeren, als englischer Park ohne Gräber angelegt, und einen inneren für Bestattungen, getrennt durch eine lange Mauer.
Der Architekt Hermann Bollé gestaltete die Hauptgebäude. Der Bau der Arkaden, der Kuppeln und der Kirche im Eingangsbereich begann 1879, doch wegen fehlender Mittel wurde die Anlage erst 1929 vollendet. Bollé, der bedeutendste Architekt des Historismus in Kroatien, liegt selbst auf dem Mirogoj begraben; anders als einige seiner übrigen Werke blieb der Friedhof stets von Kritik verschont.
Im Lauf der Jahrzehnte füllte sich der Mirogoj mit den Gräbern von Schriftstellern, Musikern, Wissenschaftlern, Sportlern und Politikern sowie mit Gedenkstätten. Dazu gehören ein Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs (1919), das Denkmal für die jugoslawischen Volkshelden (1968), ein Mahnmal für die Opfer von Bleiburg und des Kreuzwegs (1994), ein deutscher Soldatenfriedhof (1996) und eine Mauer für die kroatischen Opfer des Unabhängigkeitskriegs. Am 22. März 2020 erschütterte ein Erdbeben Zagreb und richtete erhebliche Schäden in der Stadt an, auch an den berühmten Arkaden des Friedhofs.
Wissenswertes über den Mirogoj-Friedhof
- Wegen der vielen bedeutenden Persönlichkeiten, die hier ruhen, wird der Mirogoj das kroatische Pantheon genannt; er gilt als einer der schönsten Friedhöfe Europas.
- Die Arkaden brauchten ein halbes Jahrhundert: Der Bau begann 1879 und endete 1929, weil immer wieder das Geld fehlte.
- Die Friedhofssatzung wies jeder Konfession einen eigenen Bereich mit gleichen Rechten zu; heute liegen katholische, orthodoxe, muslimische, jüdische und protestantische Gräber nebeneinander.
- Mit rund 72 Hektar ist der Mirogoj der größte Friedhof Kroatiens.
- Hier ruhen unter anderem die Schriftsteller Ivana Brlić-Mažuranić und Miroslav Krleža, der Seismologe Andrija Mohorovičić, der Nobelpreisträger Vladimir Prelog, der Erfinder Slavoljub Penkala, der Basketballspieler Dražen Petrović und Kroatiens erster Präsident Franjo Tuđman.
- Zwischen den Gräbern sind Werke bekannter Bildhauer wie Ivan Meštrović, Frano Kršinić, Antun Augustinčić und Robert Frangeš Mihanović zu sehen.
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Den Mirogoj-Friedhof besuchen
- Beginnen Sie am Eingangsbau mit Kirche und Kuppeln und gehen Sie dann die langen Arkaden entlang, in denen viele berühmte Kroaten ruhen.
- Planen Sie Zeit für das parkartige Gelände hinter den Arkaden ein, wo Skulpturen und Denkmäler historische und neuere Gräber kennzeichnen.
- Auf dem Gelände befinden sich unter anderem das Denkmal für die Volkshelden und der deutsche Soldatenfriedhof; wie auf jedem Friedhof gilt: ruhig und respektvoll besuchen.
- Eine Stadtbuslinie verbindet den Friedhof mit dem Terminal Kaptol im Herzen Zagrebs; das Denkmal für die Volkshelden liegt als Nachbarsehenswürdigkeit gleich dabei.
- Prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vor dem Besuch und beachten Sie, dass einige Arkaden durch das Erdbeben von 2020 beschädigt wurden.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Mirogoj-Friedhof
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Mirogoj-Friedhof




Fragen
Was ist der Mirogoj-Friedhof und wo liegt er?
Der Mirogoj-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Zagreb, ein Parkfriedhof am Hang der Medvednica im Stadtbezirk Gornji Grad–Medveščak. Er gilt als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Wer hat den Mirogoj entworfen?
Der Architekt Hermann Bollé gestaltete die Hauptgebäude mit Arkaden, Kuppeln und der Kirche im Eingangsbereich.
Wann wurde der Mirogoj eröffnet?
Er wurde am 6. November 1876 eröffnet. Arkaden, Kuppeln und Eingangskirche wurden 1879 begonnen und erst 1929 vollendet.
Wer ist auf dem Mirogoj begraben?
Hier ruhen viele berühmte Kroaten, darunter Miroslav Krleža, Ivana Brlić-Mažuranić, Andrija Mohorovičić, Vladimir Prelog, Dražen Petrović und Franjo Tuđman.
Ist der Mirogoj nur für eine Religion bestimmt?
Nein. Der städtische Friedhof nimmt seit seiner Eröffnung Verstorbene aller Konfessionen auf; es gibt katholische, orthodoxe, muslimische und jüdische Gräber.
Wie kommt man vom Zentrum Zagrebs zum Mirogoj?
Er liegt nur wenige Autominuten vom Zentrum entfernt, und eine Stadtbuslinie verbindet den Friedhof mit dem Terminal Kaptol.
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