Burg Medvedgrad: die mittelalterliche „Bärenburg“ über Zagreb
Die Burg Medvedgrad („Bärenburg“) ist eine mittelalterliche Befestigung etwa 10 km nördlich von Zagreb, an den Südhängen des Medvednica, ungefähr auf halbem Weg zum Gipfel Sljeme. Sie liegt auf dem Hügel Mali Plazur, mehr als 500 m über dem Meer, und ihr hoher Hauptturm ist weithin sichtbar. Sie gehört zu den besten Aussichtspunkten auf die Hauptstadt.
Medvedgrad entstand, weil die Mongolen Zagreb 1242 bis auf die Grundmauern niederbrannten. Rund 150 Besitzer später wacht die Burg noch immer über die Stadt.
Die Geschichte der Burg Medvedgrad
Der Hang war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, und seine Lage erlaubte die Kontrolle der Wege nach Slawonien und ins Turopolje. Die Burg selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1242 fielen die Mongolen ein und brannten Zagreb bis auf die Grundmauern nieder; der Schock führte zum Bau einer Festung in den Bergen. Nach der überlieferten Darstellung ließ der Zagreber Bischof Filip Medvedgrad zwischen 1249 und 1254 errichten, ermutigt von Papst Innozenz IV., um die Güter des Bischofs und den Kaptol zu schützen. Das Bistum bezahlte den Bau, obwohl die Burg auf königlichem Boden stand. Die Historikerin Nada Klaić meint dagegen, dass schon vor dem Mongolenangriff eine Burg bestand; wer sie erbaute, bleibt umstritten.
Bis 1262 hatte König Béla IV. die Burg übernommen, später gehörte sie den Banen von Slawonien. Der Dichter und Humanist Janus Pannonius starb hier am 27. März 1472, der kroatische Ban Ivan Karlović 1531. Im Lauf der Jahrhunderte hatte Medvedgrad rund 150 Besitzer, darunter König Sigismund von Luxemburg, König Matthias Corvinus, die Grafen von Cilli sowie die Familien Babonić, Zrinski und Erdődy.
Die Familie Gregorijanec erwarb die Burg 1562 und war ihre letzte Bewohnerin. Sie verstärkte die Mauern 1574, doch nach dem Erdbeben von 1590 war die Burg schwer beschädigt, und die Besitzer zogen nach Šestine. Sie verfiel zur Ruine und blieb es bis ins 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Familie Kulmer, den letzten Besitzern, das Eigentum entzogen.
Die Restaurierung begann 1973 und wurde seit 1993 intensiviert. Heute gibt es in Medvedgrad eine frühgotische Kapelle der Heiligen Philippus und Jakobus, und unterhalb des Hauptturms steht der Altar des Vaterlandes, ein Denkmal für die im kroatischen Unabhängigkeitskrieg gefallenen Soldaten. Der Altar stammt vom Bildhauer Kuzma Kovačić und wurde am 30. Mai 1994 von Präsident Franjo Tuđman eingeweiht.
Wissenswertes über die Burg Medvedgrad
- Der Name verbindet medved, die kajkavische Form für „Bär“, mit grad, das einst eine befestigte Burg und nicht eine Stadt bezeichnete. Die Bezeichnung Arx ursina taucht erst Ende des 17. Jahrhunderts auf.
- Medvedgrad soll rund 150-mal den Besitzer gewechselt haben; unter den Eigentümern waren Könige, Grafen, Bischöfe und viele Adlige.
- Eine Legende verbindet die Burg mit Barbara von Cilli, der „Schwarzen Königin“, die einen großen Schatz in Tunneln zwischen Medvedgrad, Kaptol und Grič versteckt haben soll, bewacht von einer Schlange.
- Eine andere Erzählung schreibt der Schwarzen Königin die Entstehung der Plitvicer Seen in einer Dürre zu; wahrscheinlicher ist ihre Verbindung zum Kraljičin zdenac, dem Königinnenbrunnen, einer Quelle und einem Wanderknotenpunkt am Berg.
- Nach denselben Legenden endete Barbara nicht in Medvedgrad, sondern wurde in Veliki Tabor im Hrvatsko Zagorje lebendig begraben, wo man ihre Schreie noch hören soll.
- Medvedgrad gilt neben dem Blick von der Seilbahn auf den Sljeme als einer der besten Orte, um Zagreb bei Nacht zu betrachten.
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Die Burg Medvedgrad besuchen
- Achten Sie auf die frühgotische Kapelle der Heiligen Philippus und Jakobus in der Burg und auf den hohen Hauptturm, der weit über die Stadt hinweg zu sehen ist.
- Der Altar des Vaterlandes unterhalb des Turms ist ein Ort des Gedenkens an gefallene kroatische Soldaten; Besucher verhalten sich dort ruhig und respektvoll.
- Der Blick auf Zagreb ist der Hauptgrund für den Besuch und besonders bei Nacht beliebt. Prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vor dem Besuch.
- Die Burg liegt am Medvednica und lässt sich gut mit einem Spaziergang in den Wäldern des Gebirges verbinden. Die Quellen beschreiben die Wege nicht, fragen Sie daher vor Ort nach Routen.
- Fernsehturm, Friedhof Mirogoj und das Grabmal der Volkshelden liegen alle innerhalb von etwa 5 km.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Medvedgrad
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Burg Medvedgrad

Fragen
Wo liegt die Burg Medvedgrad und wie weit ist es bis Zagreb?
Die Burg steht an den Südhängen des Medvednica, etwa 10 km nördlich des Zentrums von Zagreb, ungefähr auf halbem Weg zum Gipfel Sljeme.
Wer baute die Burg Medvedgrad und wann?
Überlieferungsgemäß ließ der Zagreber Bischof Filip sie zwischen 1249 und 1254 nach dem Mongoleneinfall von 1242 errichten. Einige Historiker, etwa Nada Klaić, halten sie für älter.
Was bedeutet der Name Medvedgrad?
Der Name bedeutet „Bärenburg“ oder „Bärenstadt“, von medved, der kajkavischen Form für Bär, und grad, das einst eine befestigte Burg bezeichnete.
Was ist der Altar des Vaterlandes bei Medvedgrad?
Es ist ein Denkmal unterhalb des Hauptturms für die im kroatischen Unabhängigkeitskrieg gefallenen Soldaten. Es wurde am 30. Mai 1994 eingeweiht.
Wer war die Schwarze Königin von Medvedgrad?
Barbara von Cilli, eine Adlige des 15. Jahrhunderts mit dem Beinamen Schwarze Königin, ist die Heldin der bekanntesten Legenden von Medvedgrad.
Lohnt sich ein Besuch von Medvedgrad?
Ja, wenn Sie eine mittelalterliche Burg mit Blick auf Zagreb, einer Kapelle, einem Denkmal und der Lage am Medvednica suchen, alles nahe der Hauptstadt.
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