Pag-Brücke: der Betonbogen zwischen Insel und Festland
Die Pag-Brücke (Paški most) führt die Staatsstraße D106 über die Meerenge Ljubačka Vrata und verbindet die Insel Pag mit dem kroatischen Festland in der Gespanschaft Zadar. Der schlanke Stahlbetonbogen wurde im November 1968 eröffnet; seither ist Pag fast eine Halbinsel und bis heute über sie angebunden.
Beim Bau der Brücke wehte der Wind vier Monate lang mit Stärke 8 nach Beaufort. Bei einem Frühjahrssturm 2019 wurde auf der Brücke eine Spitze von 198 km/h gemessen.
Die Geschichte der Pag-Brücke
Die Brücke entstand 1967 und 1968 beim Unternehmen Mostogradnja nach Plänen des Bauingenieurs Ilija Stojadinović, der wenige Jahre zuvor schon die nahe Šibenik-Brücke entworfen hatte. Am 17. November 1968 wurde sie für den Verkehr freigegeben. Zusammen mit den beiden rund zwölf Jahre später fertiggestellten Krk-Brücken bildet sie die erste Generation der großen kroatischen Betonbogenbrücken. Damals ging man noch davon aus, dass Beton praktisch keine Wartung braucht, anders als Stahlbrücken, die regelmäßig gestrichen werden müssen.
Das Bauwerk ist ein Bogen mit 193,2 Metern Stützweite und 27,6 Metern Pfeilhöhe, was einem Verhältnis von 1:7 entspricht und ihn zu einem flachen Bogen macht. Der Bogen ist ein Hohlkasten, der in rund 30 Meter langen Fertigteilsegmenten entstand. Ein Schwimmkran hob jedes Segment an seinen Platz und hielt es mit Abspannungen, bis der Bogen vollständig war und sich selbst trug. Die Fahrbahn liegt etwa 35 Meter über der Meerenge und ruhte auf schlanken Paaren von Betonstützen.
Der Ort ist der Bora ausgesetzt, dem kalten Fallwind vom Velebit. Wind und Gischt führten, zusammen mit der damals üblichen dünnen Betonüberdeckung, zu Korrosion; ab 1978 wurde repariert, und 1984 und 1988 mussten Sturm- und Korrosionsschäden in größerem Umfang behoben werden. Im Krieg der 1990er Jahre war die Brücke zeitweise die einzige Verbindung zwischen Mittel- und Süddalmatien, der Herzegowina und Bosnien einerseits und der Nordküste sowie dem Binnenland Kroatiens andererseits. Flüchtlinge, Nachschub und Truppen querten sie, Flugzeuge griffen sie mehrfach an, und 1991 wurde sie erheblich beschädigt.
Nach dem Krieg wurde sie vollständig instand gesetzt. Bei einer grundlegenden Reparatur 1999 ersetzte man den Fahrbahnträger durch eine Stahlkonstruktion und verbreiterte die Fahrbahn von 9 auf 10,5 Meter; am 29. Dezember 1999 wurde die Brücke feierlich wieder eröffnet. 2020 folgten weitere Arbeiten, bei denen der Stahl gegen Korrosion behandelt, sandgestrahlt und neu gestrichen wurde.
Wissenswertes über die Pag-Brücke
- Während des Baus wehte die Bora vier Monate lang mit Stärke 8 nach Beaufort.
- Bei einem Frühjahrssturm im Mai 2019 lag die höchste auf der Brücke gemessene Windgeschwindigkeit bei 198 km/h.
- Jedes Bogensegment wurde vorgefertigt und per Schwimmkran an seinen Platz gehoben, bis der Bogen sich selbst tragen konnte.
- Der Salzgehalt der Adria ist höher als der vieler anderer Meere; später fand man im Beton weit mehr Chlorid als zulässig galt, was die lange Reihe von Reparaturen erklärt.
- Die Brücke gehört zur ersten Generation der großen kroatischen Betonbögen, neben der Šibenik-Brücke und den beiden Krk-Brücken.
- Die Brücke wurde mehrfach saniert; die jüngsten in den Quellen beschriebenen Arbeiten von 2020 betrafen Korrosionsschutz und Neuanstrich.
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Die Pag-Brücke besuchen
- Die Brücke gehört zur Straße D106; die meisten Besucher überqueren sie mit dem Auto auf dem Weg nach oder von Pag.
- Die Landschaft ringsum ist karg und fast ohne Vegetation, sodass sich der Bogen deutlich von Meer und Himmel abhebt.
- Das Gebiet ist starkem Wind ausgesetzt. Bei Bora ist besondere Vorsicht geboten; informieren Sie sich vorab über die lokale Wettervorhersage.
- Die Fotos der Brücke auf Wikimedia Commons zeigen sie vom Ufer und von der Straße aus und geben Hinweise auf Aussichtspunkte.
- Die nächsten Sehenswürdigkeiten dieses Führers liegen in Zadar, etwa 23 km entfernt, sowie die Maslenica-Brücke in rund 24 km.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Pag-Brücke
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Pag-Brücke





Fragen
Wo liegt die Pag-Brücke und was verbindet sie?
Die Pag-Brücke überspannt die Meerenge Ljubačka Vrata in der Gespanschaft Zadar und verbindet auf der D106 die Insel Pag mit dem kroatischen Festland.
Wann wurde die Pag-Brücke gebaut?
Sie entstand 1967 und 1968 und wurde am 17. November 1968 für den Verkehr geöffnet.
Wer hat die Pag-Brücke entworfen?
Entworfen hat sie der Bauingenieur Ilija Stojadinović, gebaut wurde sie von Mostogradnja. Derselbe Ingenieur plante auch die Šibenik-Brücke.
Wie groß ist der Bogen der Pag-Brücke?
Kroatische und deutsche Quellen nennen eine Stützweite von 193,2 Metern und eine Pfeilhöhe von 27,6 Metern; die Fahrbahn liegt etwa 35 Meter über der Meerenge.
Warum ist der Wind an der Pag-Brücke ein Thema?
Die Brücke liegt nahe dem Velebit, wo die Bora in starken Böen weht. Bei einem Frühjahrssturm 2019 wurden dort 198 km/h gemessen.
Welche Rolle spielte die Pag-Brücke im Krieg der 1990er Jahre?
Zeitweise war sie die einzige Verbindung zwischen dem Süden der kroatischen Adriaküste und dem Norden des Landes. Sie wurde mehrfach aus der Luft angegriffen und nach dem Krieg instand gesetzt.
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