Kapelle Santa Maria Formosa: das letzte byzantinische Bauwerk Pulas
Die Kapelle Santa Maria Formosa in Pula ist der erhaltene Teil einer Kirche des 6. Jahrhunderts, die unter der Schirmherrschaft von Maximianus, Bischof von Ravenna, entstand. Sie ist das einzige Bauwerk Pulas aus byzantinischer Zeit und eines der wertvollsten frühchristlichen Denkmäler Istriens. Ein ruhiger Tipp für alle, die in Pula Sehenswürdigkeiten abseits der Menge suchen.
Hier stand einst eine prachtvolle Basilika, die der Euphrasius-Basilika in Poreč geähnelt haben soll. Heute ist nur eine Seitenkapelle übrig, und ein Teil des Marmors gelangte womöglich nach Venedig.
Die Geschichte der Kapelle Santa Maria Formosa
Maximianus, ein gebürtiger Istrier, wurde 546 Bischof von Ravenna. Als junger Diakon hatte er in Pula gedient und ließ dort eine neue Basilika errichten, der Überlieferung nach an der Stelle eines früheren Minerva-Tempels. Ein Chronist der Ravennater Bischöfe nennt sie als erste Kirche, die Maximianus erbauen ließ. Sie war der Jungfrau Maria als Santa Maria Formosa geweiht.
Die Kirche war 32 Meter lang und 19 Meter breit, mit drei Schiffen, getrennt durch zwei Reihen von je zehn Säulen mit „Korb“-Kapitellen. Der Boden war mit überwiegend grünen und roten Mosaiken bedeckt, die verschlungene Lilien und Lotusblüten zeigten. An die Kirche angebaut waren zwei Kapellen, die als Mausoleen dienten, eine davon der Jungfrau Maria geweiht. Weil sie auf niedrigem, sumpfigem Grund am Ufer stand, wurde die Basilika als Santa Maria del Canneto bekannt, „Sankt Maria vom Schilf“. Eine Benediktinerabtei gehörte seit dem frühen Mittelalter dazu.
Der Niedergang begann mit der venezianischen Eroberung Pulas 1243, bei der die Kirche beschädigt wurde. Der letzte Abt ist 1258 belegt, danach kam die Abtei an die Markuskirche in Venedig. Im Lauf der Jahrhunderte wurden Marmor und Säulen abgetragen. 1549 schickte man Jacopo Sansovino aus Venedig, um Baumaterial für San Marco und die Treppe der Marciana-Bibliothek auszuwählen; nach dem Bericht eines Architekten nahm er 1550 und 1551 Säulen und Marmor mit. Der Überlieferung nach stammen vier geschnitzte Alabastersäulen des Ziboriums von San Marco von hier.
Ende des 16. Jahrhunderts lag die Basilika in Trümmern. Eine Beschreibung von 1847 erwähnt neben der erhaltenen Kapelle noch Teile der Apsis und der Umfassungsmauern. Von den beiden kreuzförmigen Kapellen neben dem Chor blieb die südliche bestehen, die nördliche ist großenteils in Nachbarhäuser eingebaut. Die Kapelle steht als Kulturdenkmal unter Schutz.
Wissenswertes über die Kapelle Santa Maria Formosa
- Sie ist das einzige Bauwerk in Pula aus byzantinischer Zeit.
- Anders als ähnliche Kirchen in Ravenna wurde sie aus Stein statt aus Backstein errichtet.
- Die Basilika trug zwei Namen: Santa Maria Formosa und Santa Maria del Canneto, „vom Schilf“, wegen des sumpfigen Bodens ringsum.
- Manche Kunsthistoriker meinen, vier Alabastersäulen des Ziboriums von San Marco in Venedig stammten aus dieser Kirche.
- Das einzige erhaltene Mosaikfragment mit Christus und einem Heiligen befindet sich im Archäologischen Museum Istriens in Pula.
- Die Nordwand der alten Basilika ist heute noch als Begrenzungsmauer eines Nachbargartens zu sehen.
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Details ansehen ›Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.
Die Kapelle Santa Maria Formosa besuchen
- Die Kapelle hat einen kreuzförmigen Grundriss und entstand nach dem Vorbild der Kirchen Ravennas; im Inneren sind Reste von Stuckfriesen zu entdecken.
- Die erhaltenen Mosaikfragmente befinden sich im Archäologischen Museum Istriens in Pula, nicht in der Kapelle selbst.
- Spuren der großen Basilika lassen sich rund um die Kapelle erkennen, darunter die Nordwand, die als Gartenmauer dient.
- Weitere antike Bauwerke Pulas wie der Sergierbogen, die Porta Gemina und der Augustustempel liegen in der Nähe.
- Die Quellen nennen keine Besuchsbedingungen; prüfen Sie Zugang und Öffnungszeiten vor dem Besuch.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kapelle Santa Maria Formosa
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Kapelle Santa Maria Formosa





Fragen
Was ist die Kapelle Santa Maria Formosa in Pula?
Sie ist der einzige erhaltene Teil einer großen Basilika des 6. Jahrhunderts, die unter der Schirmherrschaft von Maximianus, Bischof von Ravenna, entstand. Sie ist das einzige Bauwerk Pulas aus byzantinischer Zeit.
Warum heißt sie auch Santa Maria del Canneto?
Die Basilika stand auf niedrigem, sumpfigem Grund am Ufer und wurde deshalb „Sankt Maria vom Schilf“, del Canneto, genannt.
Was geschah mit dem Rest der Basilika?
Sie wurde bei der venezianischen Eroberung Pulas 1243 beschädigt, später wurden Marmor und Säulen nach Venedig gebracht. Ende des 16. Jahrhunderts lag sie in Trümmern.
Wo sind die Mosaiken der Kapelle?
Die erhaltenen Fragmente werden im Archäologischen Museum Istriens in Pula aufbewahrt.
Wer war Maximianus?
Ein gebürtiger Istrier, der 546 Bischof von Ravenna wurde. Als junger Diakon hatte er in Pula gedient und ließ dort die Basilika bauen.
Was gibt es in der Nähe der Kapelle Santa Maria Formosa zu sehen?
Der Sergierbogen, die Porta Gemina und der Augustustempel liegen in kurzer Entfernung.
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